Ein Überblick über die globale Wasserkrise und die internationalen Wassergeschäfte !
Wasser ist Lebensgrundlage . Das Vorhandensein des Elements Wasser und sein Kreislauf sind die Basis allen Lebens auf dem Planeten . Die grossen Ozeane gelten als Geburtsstätte des organischen Lebens und beherrbergen in ihren unerforschten Tiefen Geschöpfe , die uns bis Heute ein Geheimnis sind . Ihre Strömungen reglementieren Klimazonen und Lebensräume überall auf der Welt und umspannen durch Verdunstung und Niederschlag die gesamte Atmosphäre . Das Wasser in seinen Erscheinungsformen kann als Grundgerüst eines intakten Ökosystems angesehen werden , somit wird Wasserknappheit ein fundamentales Thema .
Dieses fundamentale Thema äussert sich zunehmend als ein bedrohliches Problem . Während laut einer Studie von Unicef in afrikanischen Staaten ca. 190 Millionen Kinder an mangelnder Wasserversorgung und den damit verbundenen Ernährungs- und Hygienekrisen leiden , sind aktuell 20% der europäischen Landflächen und 30% der europäischen Bevölkerung vom Wasserstress betroffen . Wasserstress ist eine Wortschöpfung , die besagt , das die Entnahme einen bestimmten Prozentsatz der vorhandenen Resource übersteigt .
Die weltweiten vier grössten privaten Trinkwasseranbieter sind Pepsico , Nestle , Coca-Cola und Danone , sie spielen in diesem Drama eine entscheidene Rolle . Unter den ersten acht grössten Plastikmüllverschmutzern des Planeten sind auch die vier grossen Wasserverkäufer
Am 19. September 1985 gab es ein grosses Erdbeben in Mexico-City . Dabei ereigneten sich 163 Rohrbrüche im Wasserverteilungssystem , innerhalb weniger Minuten sind über 5 Millionen Menschen von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten . 6 Jahre später überfällt eine schwere Cholera-Epidemie das Land , die über Jahre anhält ; als Hauptursache wird der Konsum von kontaminierten Wasser und Lebensmitteln angegeben . Um die Krankheit in Schach zu halten , rät man der Bevölkerung vom Konsum des Leitungswassers ab . Seitdem ereigneten sich immer wieder Rohrbrüche , 30% des Wassers gehen regelmässig verloren , was ankommt ist verschmutzt . 1996 betreten die vier grossen Wasserverkäufer die Bühne Mexicos , wenig später wird Vicente Fox zum Präsidenten gewählt , vormals CEO von Coca-Cola-Mexico . Er besetzt die mexikanische Wasserbehörde mit dem Coca-Cola-Mitarbeiter Cristobal Jaquez und grosse Teile des Trinkwassers werden privatisiert . Anschliessend beginnt die Industrie im grossem Stil heimische Wasserquellen auszubeuten . Coca-Cola verzeichnet während Fox Präsidentschaft jährliche Wachstumsraten von bis zu 27% . Mexico ist aktuell das Land mit dem grössten gekauften Trinkwasserverbrauch , Wasser ist kein Allgemeingut – es ist teure Handelsware .
Seitdem existiert der Konflikt um die Streitfrage : ist Wasser ein Menschenrecht und sollte Jedem immer frei zugänglich sein oder ein Lebensmittel mit Marktwert ? Das übliche Argument der Kapitalisten : Wasser hat erst einen Wert wenn es einen Preis hat und wäre auch erst dann schützenswert ! Am Beispiel Mexicos wird ersichtlich , was das bedeutet . Manche Familien geben bis zu 10% ihres Einkommens für Wasser aus , Reiche dagegen 2% . ob man sauberes Wasser trinkt oder nicht hängt häufig vom Einkommen ab , gutes Wasser für Reiche – schlechtes Wasser für Arme .
In Deutschland ist Wasser ein Allgemeingut , der Staat entscheidet über die Verteilung . In Niedersachsen zahlt Coca-Cola ein Wasserentgeld für die Entnahme von 0,009 Cent und erzielt im Weiterverkauf einen tausendfachen Gewinnaufschlag . Es herrscht regionaler Wassermangel , Pegelstände sinken , nicht nur am Rhein . Diepholz in Niedersachsen leidet im Sommer 2025 an extremer Trockenheit , im Winter davor an Überschwemmungen doch das Wasser ist ungenutzt abgeflossen . Keine deutsche Stadt braucht soviel Wasser wie Berlin , dank der Spree ist die Versorgung erstmal gesichert . Das Wasser kommt vom Südosten von einem grossen See , über 100 Brunnen fördern Uferfiltrat aus der Spree und Grundwasser einer angrenzenden Hochfläche . In den letzten 100 Jahren hat sich dadurch der Grundwasserspiegel um 6 Meter abgesenkt . Dreiviertel des Wassers , das in der Spree fliesst , ist kein natürliches Flusswasser , sondern wird eingeleitet und kommt vom Braunkohletagebau in der Lausitz . wenn der Kohletagebau eines Tages beendet ist , erwartet die Region um Berlin eine ökologische Krise und Berlin droht eine drastiche Trinkwasserknappheit .
Es gibt bestimmte Zusammenhänge von Boden und Klima : der Klimawandel wirkt sich auf den Boden aus und Prozesse im Boden wirken sich auf das Klima aus . Im Hinblick auf den Klimawandel , bzw. der Klimaanpassung interessieren vorallem die generelle Verfügbarkeit von Wasser und ist von grosser Bedeutung für die Landwirtschaft und die Forstwirtschaft . Seit 2011 zeigt sich in Deutschland ein veringerter Wasserniederschlag . Die Folgen des Klimawandels wie Dürren und zu starker Niederschlag wirken sich aus , bis Mitte des Jahrhunderts wird eine Verstärkung der Minusspirale erwartet . In Hamburg wird versucht das Wasser von Starkniederschlägen zu nutzen . Die regionale Gefahr ist ein Wechselspiel von Starkregen und Hitze und Dürren . Wenn in Hamburg , wo viele Flächen betoniert sind , die Kanalisation geflutet ist und kein Wasser mehr aufnehmen kann , stehen weite Teile der Stadt unter Wasser . Die Stadtplanung versucht verschiedene Lösungen zu erarbeiten , wie z.B. das Wasser sinnvoll zu lenken , weg vom Asphalt und hin zu Grünflächen . Teil des Lösungspakets sind auch Gründächer , wasserdurchlässige Bodenbeläge und vorallem Regenwasserspeicher . Das Kredo heisst : jeder Tropfen zählt ! Hamburgs Wasserwerke arbeiten an Verfahren die Effizienz der Wassernutzung zu steigern . Ziel ist es , das Wasser , das in der Aufbereitung von Trinkwasser benutzt wird zu reinigen und wiederzuverwenden , statt einfach in das Meer abfliessen und verdunsten zu lassen . Im Kontext zu dieser Situation stehen private Trinkwasseranbieter wie das Altmühlentaler Brunnenwasser . der Deal des Unternehmens mit der lokalen Stadtkasse ist eindeutig : der Tausch von Grundwasser gegen Geld und sichere Arbeitsplätze . Das resultierende Problem ist ebenso eindeutig : es wird mehr abgepumpt als nachfliesst . Während das Grundwasser vom Privatunternehmen abgepumpt wird , importieren die lokalen Städte ihren Wasserbedarf von Ausserhalb .
Vor 2 jahren litt Frankreich unter einer Dürre , auch die Landwirte dort bewässern ihre Felder mit Grundwasser . Aktivisten demonstrierten zu dieser Zeit verstärkt gegen die Privatisierung von Wasser , die Demonstrationen eskalierten und es kam zu einem regelrechten Kampf um das Wasser . Laut Statistiken wird Frankreich bis zum Jahr 2050 40% weniger Wasser zu Verfügung haben , im Jahr 2023 lagen 70% des Wasservorkommens unter dem Normalwert . In diesem Kontext ist zu erwähnen , dass die französische Trinkwassermarke Evian von Danone 10 Millionen Liter Wasser pro Tag abpumpt und in Flaschen abfüllt . Aufgrund der Wasserknappheit kommt es zu Bewässerungsverboten und dementsprechend zu Ernteverlusten . Wasser wird in grossen Mengen nicht nur zur Bewässerung der Felder , sondern auch für den Nahrungsanbau und die Versorgung von Nutztieren gebraucht . In Frankreich verbraucht die Landwirtschaft 60% des verfügbaren Wassers . Manche lokale Landwirte bemühen sich um einen nachhaltigen Umgang mit der knappen Resource ; besprengt man seine Felder z.B. mit Wasser , verdunstet das Meiste und nur 20% des verwendeten Wassers landen bei der Pflanze , mit der sogenannten Tröpfchenbewässerung sind es 90% , ein wesentlicher Unterschied in der Haushaltung . Auch in Deutschland und anderswo sucht man verzweifelt Lösungen gegen die Trockenheit und für die Ertragssicherungen , die hauptsächlich der Lebensmittelindustrie zufliessen . In Bayern werden Kartoffelacker von naheliegenden Fischteichen bewässert . Bayern ist reich an vielen kleinen und grossen Teichen , die weit verbreitet liegen und grosse Mengen Wasser halten , dass diese Lebensraum einer anderen Spezie sind , findet dabei kaum Beachtung . Die Argumentation besagt , dass diese Teiche beim Abfischen der Karpfen und anderer Fische ohgnehin regelmässig entleert werden .
In Spanien geht das Wasser-Wirtschafts-Amt regelmässig auf die Jagd nach illegalen Brunnen , die von ansässigen Landwirten benutzt werden , um diese zu schliessen . Viele dieser Landwirte handeln aus purer Verzweiflung , für sie gibt es keinen anderen Weg mehr am kapitalistischen Wettbewerb teilzunehmen und somit das Überleben ihrer Unternehmen und oft auch ihrer Familien zu sichern . Im Südwesten Spaniens spielt sich eine Umweltkatastrophe ab , das Land trocknet aus und der Hunger nach billigem Obst und Gemüse in Deutschland und anderswo ist dabei eine treibende Kraft . Im Süden Spaniens gibt es tausende illegale Brunnen , gut versteckt vor der Behörde , die meisten ortsansässigen Bauern können ohne diese Brunnen weder sähen noch ernten . Der Grundwasserspiegel Spaniens sinkt stetig , seit Jahren entnehmen Landwirte zuviel Wasser aus dem Boden ; kauft man heutzutage Erdbeeren im deutschen Supermarkt , kann man sich sicher sein , sie sind der Dreh- und Angelpunkt dieser Krise . Der wirtschaftliche Druck auf Länder wie Frankreich und Spanien steigt und facht die Zerstörung der Umwelt durch die Wasserknappheit an . In dieser Dynamik spielt das rücksichtslose Verhalten der Trinkwasserindustrie eine Hauptrolle doch die direkte Bezugnahme wird gerne vermieden und hat weder in politischen noch wirtschaftlichen Entscheidungen Gewicht .
Laut interner Studien der Lebensmittelkontrollen hat deutsches Leitungswasser eine viel höhere Qualität und Reinheit als Mineralwasser aus dem Supermarkt . Dazu kommt die Umweltbelastung der Plastikflasche als Wegwerfmüll , vorallem belastet dieser Wegwerfmüll den Ozean , Mutter aller Gewässer !
Ein Kommentar zu “Wasser und das Besitzrecht…”
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